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Meditation - Erfahrungsbericht eines Lesers

Hallo Herr Bartel,
Ich schildere ihnen und den Lesern sehr gerne meine Erfahrungen.

Erst mal habe ich gelernt, dass es in der Meditation und generell wichtig ist nicht gegen Gedanken anzukämpfen, sondern sie als Ereignisse zu betrachten, die sich im Bewusstsein abspielen, denn sonst fällt es noch schwerer sie loszulassen. Einfach die Gedanken zulassen, registrieren, vorbeiziehen lassen und mit der Aufmerksamkeit wieder zum Konzentrationsobjekt zurück.

Weiterhin scheint es mir vorteilhaft erst mal die Rolle eines passiven und neutralen Beobachters zu üben, um die nötige Distanz zu seinen Gedanken aufzubauen. Danach würde ich zum aktiven Beobachter übergehen und meinen Gedanken zustimmen oder ablehnen. Bei mir macht sich dieses Zustimmen und Ablehnen in Form einer ganz kurzen Körperempfindung bemerkbar. Ich bezeichne es als inneres Kopfnicken und -schütteln. Wichtig ist nur das man diesen Moment übt, irgendwann spürt man intuitiv wie es funktioniert.
Tatsächlich kann ich persönlich am Besten die Position des Beobachters einnehmen wenn ich mein Bewusstsein in den Bauch verschiebe, aber wie Herr Bartel in seinem Buch sagt hat, der Beobachter keinen festen Platz, man kann also kreativ sein und ihn z.B. genauso gut beim Musik hören in die Ohren verlegen oder auch ganz woanders. Der Körper ist meiner Meinung nach nur deswegen so geeignet, weil er uns für die Empfindungen im Hier und Jetzt öffnet und damit ist er ein Schlüssel zur Achtsamkeit.

Ein flexibles Ich halte ich deswegen für wichtig, da Denken in vielen Situationen notwendig und hilfreich ist. Das "Ich" ist in der Tat nur eine Hilfskonstruktion des Gehirns, aber der springende Punkt ist meiner Meinung nach, dass wir sowohl Individuen sind, als auch das wir eine Einheit ergeben mit dem was uns umgibt. Genauso gilt das für uns als ganzer Mensch, wir haben einzelne Teile wie unsere Gedanken und Gefühle, jedoch bedingen sie sich immer gegenseitig und ergeben eine Einheit. Da Gedanken wohl von allen Faktoren die größte suggestive Wirkung haben, ist eben ein aktives Beobachten, Zustimmen und Ablehnen so wichtig. Um auch wirklich zu begreifen, dass sowohl das Teil als auch das Ganze eine Rolle spielt hat mir folgende Metapher geholfen: "Wir sind wie Meereswellen. Jede hat ihre eigene Ausprägung, entsteht aber innerhalb eines Ozeans, mit dem sie untrennbar verknüpft ist, aus dem auftaucht und in den sie wieder eintaucht, ein Ozean, der gewissermaßen aus dem "Stoff" seiner individuellen Wellen gemacht ist und sich auf eine Weise ausdrückt, die unser Verständnis letztendlich übersteigt." ("Gesund durch Meditation" von Jon-Kabat-Zinn, auf S.151)

Um mir die Zeitlosigkeit zu vergegenwärtigen, halte ich mir oft vor, dass das Hier und Jetzt das einzige ist, was materiell wirklich existiert. Doch trotzdem ist die Gegenwart nicht von der Vergangenheit und der Zukunft zu trennen, da im jetzigen Moment die Vergangenheit erst zum Vergangen wird und die Zukunft bereits beginnt. Ich benutze zur Hilfe manchmal die Suggestion: "Das Leben besteht aus Augenblicken".

Bisher stand für die in gewisser Hinsicht leicht passive Achtsamkeit der östlichen Philosophie oft im Gegensatz zu meinen Erkenntnissen aus der westlichen Psychologie über den konstruktiven Umgang mit der suggestiven Kraft der Gedanken und Vorstellungen. Beides hatte für mich Vor- und Nachteile und die Rolle eines aktiven Beobachters hilft mir beides in Einklang zu klingen. Durch regelmäßige Praxis lernt man auch immer flexibler zu werden, z.B. passiver Beobachter bei der Meditation, aktiver beim Sport und das "normale" Ich-Verständnis beim Nachdenken über den eigenen Standpunkt. Allerdings hat meine Erfahrung gezeigt, dass hier sogar noch Raum zur Verbesserung ist, da ich manchmal schon merke, wie ich fließend und spielerisch hin- und herwechsle. Deswegen kann ich Herrn Bartel völlig zustimmen das die Theorie zwar hilfreich ist, aber die Praxis das Entscheidende ist.

Grüße,
Valentin Luley

 

Antwort:

Hallo Herr Luley, vielen Dank für Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht. Nur noch eine Anmerkung zu dem Satz "Das Leben besteht aus Augenblicken". Das ist natürlich richtig. Wichtig in diesem Zusammenhang ist zu wissen, das der Augenblick selbst zeitlos ist. Die Zeit entsteht erst in unserem Gehirn, indem wir dem Augenblick gedanklich die Vergangenheit und Zukunft hinzufügen. Wir leben nur im Augenblick , und damit immer nur in der Zeitlosigkeit.

Mit freundlichen Grüße

D. Bartel

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