Das zeitfreie Zeit-Kontinuum

Der namhafte Physiker Arthur Eddington erkannte schon früh die revolutionäre Bedeutung der speziellen Relativitätstheorie (SRT) Albert Einsteins. So konnte er feststellen:
„Die Ereignisse kommen nicht, sie sind da, und wir begegnen ihnen auf unserem Wege.“

Wir sind es gewohnt, Zeit als eine lineare Bewegung von Ereignissen zu nehmen. Einstein konnte deutlich machen, dass diese Betrachtungsweise zu kurz gegriffen ist. Besagt doch die SRT, dass Zeit als Kontinuum gesehen werden muss.

Während sich für uns Zeit durch Aneinanderreihung von Augenblicken ergibt, kennt das Photon als Träger des Lichtes nur einen einzigen Augenblick: Mag seine Reise auch Jahre dauern, so finden doch für das Photon Start und Zielankunft gleichzeitig, in ein und demselben Moment, statt. Eine zwingende Notwendigkeit der SRT: Für Teilchen, die mit Lichtgeschwindigkeit reisen, kontrahiert sich der Raum auf null, und das unabhängig von der Entfernung.

Ein Photon, das nach einjähriger Reise einen fernen Planeten erreicht, „erlebt“ diesen Zeitraum in einem Augenblick, sozusagen in einem STÜCK, als Kontinuum. Für ein anderes Teilchen, das ihm mit minimal geringerer Geschwindigkeit hinterher fliegt, ist dieses STÜCK schon etwas gedehnt, so dass sich eine kleine Zeitspannen von wenigen Sekunden ergibt. Folgen weitere Teilchen mit nachlassenden Geschwindigkeiten, so „erleben“ diese das STÜCK in Minuten, Stunden, Tagen oder auch Monaten. Für makroskopische Objekten, so auch für uns Menschen, wird es zum Jahr. Letztendlich „erleben“ jedoch alle ein und dasselbe im STÜCK. Nur stellt sich dieses STÜCK je nach Geschwindigkeit den einen als kontrahiert und den anderen als ausgedehnt dar, nämlich als Sekunden, Stunden, Tage oder auch Jahre.

Von unseren Eltern und Lehrern haben wir gelernt, dass nur das, was jetzt geschieht, existiert. Alles andere gehört entweder der Vergangenheit an und ist nicht mehr, oder der Zukunft und ist noch nicht. Dieser Hypothese widerspricht nun Einsteins SRT:

Angenommen du bist fünfzig Jahre alt und schaust während einer sternklaren Nacht in die Weite des Himmels mit seinen unzähligen Sternen, die ihre Photonen auf die Reise schickten. Dann sind alle Photonen der Sterne, die weiter als fünfzig Lichtjahre von der Erde entfernten sind, soeben am Tage deiner Geburt sowie an allen folgenden Jahren deines Lebens vorbeigerauscht.

Photonen haben selbst weder Vergangenheit noch Zukunft. Doch sind unsere Vergangenheit und unsere Zukunft für sie existent. Mit anderen Worten, Vergangenheit und Zukunft sind geistige Produkte des Menschen von zwar praktischem Wert aber ohne reale Basis.

Nochmals zu A. Eddington: „Die Ereignisse kommen nicht, sie sind da“. Mit den Augen sehen wir nur Einzelereignisse in dem Moment, wo wir ihnen auf unserem Wege begegnen, nie das Ganze im STÜCK. Dennoch ist das Ganze natürlich ständig vorhanden, wie könnten wir ihm sonst begegnen? Das STÜCK wirkt als Zeitfreiheit im Hintergrund. Nur bemerken wir es normalerweise nicht.

Zeitfreiheit sichtbar werden lassen - Meditation macht’s möglich.

 

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