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Stichwörter: Selbstschau, Selbst-Wesensschau, Kensho, Erleuchtung, Buddhismus.

Anfrage eines Lesers:

Hallo Herr Bartel,
Ich würde ihnen noch gerne von einer Erfahrung erzählen.
Neulich las ich in einem Buch die Zen-Geschichte vom Jungen und Ochsen, inklusive der Bilder.
Ich glaube es war das 8. Bild mit dem leeren Kreis und als ich den Text dazu las machte es auf einmal Klick. Auf einmal war es da dieses "Nichts". Es war auf einmal ohne Worte klar, das es eine Essenz allen Seins gibt in der es keine Unterscheidung gibt und die auch immer da ist auch wenn das Ich und der Beobachter stirbt. Es machte sich vollkommene Ruhe und Frieden breit.
Auf einmal meldete sich mein Verstand zurück und das Leben kam ihm ein bisschen wie ein Traum vor, der aus dieser Essenz entsteht und so komisch es sich anhört auch in ihr besteht.
In den Tagen danach erlebte ich teilweise ein starkes Einheitsgefühl, alles lief irgendwie von selbst und es wirkte so als würde diese Essenz immer wieder für Momente aufblitzen in Menschen, Bäumen, usw.
Nun ist dieses Gefühl mal da und mal nicht, auf jeden Fall meldet sich das "Ich" viel seltener zu Wort, ab und zu bin ich nur ein bisschen verwirrt. :)
Auch wenn die Beschreibungen natürlich ein wenig verschwommen sind, interessiert mich schon ob man das eine Erleuchtung nennen kann oder ob es da noch mehr gibt? Mir kam es zumindest so vor.

MfG
Valentin Luley

Antwort:
Hallo Herr Luley,

was Sie erlebt haben, war wahrscheinlich die Erfahrung des Selbst. Man könnte Ihr Erlebnis auch schon als Erleuchtung verstehen. In der Zen-Schulung käme das der „Wesensschau“ nahe, auch als „Selbst-Wesensschau“ oder „Kensho“ bezeichnet. Im Zen gilt dieses „Kensho“ als eine erste wichtige Erfahrung, die durch weitere, meistens viele Jahre dauernde Schulung zu vertiefen ist, um schließlich zur eigentlichen Erleuchtung zu gelangen. In jedem Fall ist es eine wichtige und bedeutende Erfahrung, und sie können froh sein, schon soweit gekommen zu sein. Wer einmal diese Erfahrung gemacht hat, versteht, was mit Selbst gemeint ist und weiß, dass alle sprachlichen Erklärungsversuche irgendwie immer unzulänglich bleiben müssen.

Sie sind praktisch dort angekommen, wo mein Buch aufhört. Deswegen meine Empfehlung, die Hilfe eines Zen-Meisters zu suchen. Um Ihnen aber eine ungefähre Ahnung zu vermitteln, wohin die Reise geht, möchte ich die Worte des buddhistischen Lehrmeisters Kalu Rinpoche zitieren:

Du lebst in Illusion und in der Erscheinungswelt der Dinge.
Es gibt eine Wirklichkeit.
Du bist diese Wirklichkeit, doch du weißt es nicht.
Wenn du aufwachst zu dieser Wirklichkeit, wirst du wissen,
dass du nichts bist und nichts seiend bist du alles.

Mit freundlichen Grüßen

D. Bartel

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