Gut
zu wissen: Hegel-Schelling-Heidegger
Der
deutsche Philosoph Georg Wilhelm Friedrich
Hegel (1770 – 1831), gilt als einer der wichtigsten
Vertreter des Deutschen Idealismus. Unter anderem hatte er
in seiner Philosophie die anthropozentrische Sichtweise in
Frage gestellt, indem er im Menschen nur eine Station sah,
die der Weltgeist benutzt, um sich selbst zu verwirklichen.
Das Wesentliche ist der Weltgeist. Der Mensch ist nur Teilnehmer
an diesem Prozess, wobei er nicht im Mittelpunkt steht. Es
geht nicht in erster Linie um ihn, sondern um das große
Ganze. „Das Wahre ist das Ganze“.
„Der Mensch ist die Nacht, dies leere Nichts, das alles in
ihrer Einfachheit enthält, ein Reichtum unendlich vieler
Vorstellungen...Dies ist die Nacht, das innere der Natur,
das hier existiert – reines Selbst...“. Diesem Satz ist
nichts hinzuzufügen.
Friedrich
Wilhelm Joseph Schelling
(1755 – 1854), ein weiterer wichtiger Philosoph des Deutschen
Idealismus, war zur Studienzeit in Tübingen ein Zimmergenosse
Hegels (und Hölderlins). Für Schelling war der Naturgeist
die treibende, zur Vollendung strebende Kraft des Seins. Im
Menschen erwacht der bisher (wie im somnambulen Schlummer)
bewusstlos, aber zweckmäßig tätig gewesene
Naturgeist (die Weltseele), der gleichsam ein Auge aufschlägt
und sich selbst, das einzige Reale, zum Objekt seines Anschauens
(des Idealen) macht. Demnach ist nicht der Mensch, sonder
die Natur die eigentlich wahrnehmende Instanz.
Martin
Heidegger
(1889 – 1976) dürfte einer der umstrittensten Philosophen
der Modernen gewesen sein. Seine Philosophie war ein unerbittliches
Fragen, wobei jede Antwort zum erneuten Objekt des Fragens
wurde, bis zu dem Punkt, wo sich das Fragen selbst auflöst.
Man könnte diese Methode, an keiner Stelle Halt zu machen,
als Meditation des Denkens bezeichnen. Heidegger soll allerdings
den Buddhismus abgelehnt haben, und von Meditation hielt er
gar nichts. In seinem bekanntesten Werk „Sein und Zeit“ (1927)
äußerte er sich jedoch zur Erleuchtung. Er schrieb:
"Es ist erleuchtet, besagt: an ihm selbst als In-der-Welt-sein
gelichtet, nicht durch ein anderes Seiendes, sondern so, daß
es selbst die Lichtung ist". Er sagte nicht: Ich,
Du, Er oder Sie, sondern Es ist erleuchtet. Darin drückt
sich eine Überwindung des anthropozentrischen Standpunktes
aus. Die Welt, der Mensch und die Erfahrung in der Welt zu
sein fallen zu einem Sein zusammen. Heidegger nannte das die
Lichtung (an anderer Stelle auch die lichtende
Mitte).
Mit
seiner Philosophie hatte sich Heidegger damals wie kaum Freunde
gemacht. Das liegt sicherlich auch an seiner oft schwer verständlichen,
von ihm selbst erschaffenen Kunstsprache. Und seine damalige
Einstellung zum Nationalsozialismus ist nach wie vor sehr
schwer nachvollziehbar. Schwerwiegender dürfte jedoch
sein, dass seine Methode des konsequenten Hinterfragens letztlich
zur Auflösung der Frage selbst geführt hatte, und
somit die gesamte Philosophie an ihre Grenzen führte.
So zeigte sein Wirken keine Nachhaltigkeit und es ist nicht
verwunderlich, dass in dem 2007 erschienen Philosophiebuch
„Wer bin ich und wenn ja, wie viele“ von R.D. Precht Martin
Heidegger nur in zwei Nebensätzen erwähnt wird.
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