Angst
vor dem Alleinsein
Amerikaner werden erfinderisch, wenn es darum geht, an die
Dollars anderer Leute zu kommen. Zum Beispiel durch eine Wette,
die du einem Bekannten oder besser einem Fremden anbietest.
Du sagst zu ihm: Jeder von uns setzt sich auf einen Stuhl
und darf sich nicht von der Stelle bewegen. Ich wette jetzt
mit dir um fünf Dollar, dass du es nicht schaffst, deine
Schuhe alleine auszuziehen. Nach kurzer Überlegung nimmt
der andere die Wette an. Er rückt seinen Stuhl in die
äußerste Ecke des Raumes und beginnt den ersten
Schuh auszuziehen. Zur gleichen Zeit ziehst auch du einen
Schuh aus. Da der andere dich nicht daran hindern kann, hast
du die Wette gewonnen.
Auch wenn wir das Gefühl haben, ganz allein zu sein,
in Wirklichkeit ist das unmöglich. Zwar kann uns diese
oder jene Person verlassen, aber doch nicht die ganze Welt.
Wir können nicht aus dieser Welt herausfallen. Wohin
auch? Kein Körnchen Sand geht jemals verloren. Die Angst
vor dem Alleinsein ist eine Selbsttäuschung. Sie resultiert
aus der Vorstellung eines von der äußeren Welt
abgetrennten Ichs. Die Angst kommt mit dem Ich. Je stärker
das Ich, desto größer die Angst. Ohne Ich gibt
es überhaupt keine Angst. Selbst-Training reduziert die
Macht des Ichs und lässt uns die Angst als bloße
Illusion erkennen.
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