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Gut zu wissen:
Nominalismus

Der Nominalismus besagt, dass Allgemeinbegriffe (Universalien) wie Zahlen, Menschen, Leben, Tod usw. reine Denkkonstruktionen sind und keine eigenständige Existenz besitzen. Unter den Philosophen wird diese Diskussion schon seit der Antike geführt. Im 14. Jahrhundert (zur Zeit der Scholastik) fand sie ihren Höhepunkt. Dieser sogenannte Universalien- oder Nominalismusstreit führte schließlich zur Aufklärung.

Für die Philosophen war der Nominalismus schon immer problematisch, weil er zentrale philosophische Begriffe wie das Gute, das Böse, Freiheit, Geist, Seele und vieles andere in Frage stellt und somit die Grundlagen der Philosophie bedroht. Max Stirner (1806 bis 1856), ein vehementer Nominalist des 19. Jahrhunderts, hielt es deswegen für ratsam, seine Arbeiten unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Sein richtiger Name war Johann Caspar Schmidt. Rüdiger Safranski nannte Stirner einen Aussätzigen der Philosophie. Er sei von allen der radikalste Nominalist gewesen.

Der radikalste Nominalist aller Zeiten war jedoch Buddha. Das dürfte der Hauptgrund sein, dass er von westlichen Philosophen und Geisteswissenschaftlern kaum wahrgenommen wurde. Bis zum heutigen Tage schweigt man sich besser über ihn aus. Das wird auf Dauer eine erneute Nominalismusdiskussion kaum verhindern, die dann wohl die letzte sein wird. Bis es soweit ist, können allerdings noch fünfhundert bis tausend Jahre vergehen. Solange muss keiner warten. Meditation macht es möglich.

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